Dresden und Loschwitz

Dresden - ehemals Residenzstadt von August dem Starken - hat nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt. Im Gegenteil, von Jahr zu Jahr erwartet die Elbestadt mehr Touristen.
Dresdens Ausstrahlung liegt in seinen einmaligen Kunstsammlungen, den einzigartigen Bauwerken, vor allem aus der Zeit des Barocks, und seiner herrlichen landschaftlichen Lage, die eine unerschöpfliche Fülle von Ausflugsmöglichkeiten bereithält.

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Auch in der jüngeren Geschichte hat sich Dresden dank neuer Architekturschöpfungen, moderner bildender Kunst und der Fortführung musikalischer Traditionen sein Kolorit bewahrt.
Am nordöstlichen Stadtrand Dresdens über dem rechten Ufer des Elbstroms erheben sich die Loschwitzer Hänge. An diesem Steilabfall der Lausitzer Platte, der sich über Radebeul bis nach Meißen erstreckt und vom Flusslauf der Elbe begleitet wird, wurde jahrhundertlang Wein angebaut.

Adels- und Bürgerfamilien des Dresdner Geisteslebens besaßen hier Weingärten und Sommerhäuser, so u.a. Heinrich Schütz, Theodor Körner, Carl-Maria von Weber und Gerhard von Kügelgen. Ebenso große Persönlichkeiten weilten hier für kürzere oder längere Zeit zu Besuch: Goethe, Schiller, Kleist, Arndt, Novalis, Tieck, die Brüder Humbold, Mozart und Graff.

Auch in der heutigen Zeit haben die Elbhänge nichts von ihrer Attraktivität verloren. Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft leben und wirken hier. So wohnt hier der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf genauso gern wie der Komponist Udo Zimmermann, der Kammersänger Theo Adam oder der Entertainer Gunther Emmerlich. Seit den 50er Jahren befindet sich das Forschungsinstitut des kürzlich verstorbenen Barons Manfred von Ardenne auf der Höhe zum angrenzenden Villenviertel Weißer Hirsch.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam hier der Weinanbau durch die Reblauskrankheit völlig zum Erliegen. Hochadel und Geldaristokratie entdeckten die reizvolle Landschaft bald für sich und ließen sich an diesen Hängen Schlösser und Villen bauen. Zu ihren Füßen im Ort Loschwitz wohnte das dienstbare Volk in Katen und Fachwerkhäuschen, von denen einige noch heute den Ort schmücken.

Ende des vorigen Jahrhunderts wurde diese Gegend auch verkehrstechnisch erschlossen. Nachdem die pfeilerlose eiserne Hängebrücke Blaues Wunder, damals ein technisches Meisterwerk, erbaut war, die die Ortsteile und Blasewitz und Loschwitz verband, entstand 1895 eine weitere technische Attraktion. Es ist die Standseilbahn, welche die Orte Loschwitz im Tal und Weißer Hirsch auf der Hochebene verbindet. Diese Bergbahn gehört zu den ältesten in Europa. Genau wie ihre Schwester, die Bergschwebebahn, die wenige hundert Meter weiter ihre Fahrgäste nach Oberloschwitz befördert, ist sie als technisches Denkmal geschützt.

Im Tal zwischen den beiden Bergbahnen befindet sich das denkmalgeschützte Gästehaus Loschwitz, welches 1999 originalgetreu restauriert wurde. Wenige Meter straßenabwärts steht ein auffällig bunt bemaltes Haus mit einer reichen Geschichte - das Leonhardi-Museum, genannt die "Rote Amsel". Dieses Ende des vorigen Jahrhunderts zu einem Ausstellungs- und Atelierhaus umgebaute Fachwerkgebäude war früher eine Mühle.
Außer dieser befanden sich auf der Grundstraße vor über hundert Jahren weitere Mühlen. Daran erinnert ein Graffiti, das seit vielen Jahren an einer Bushaltestelle weiter oben zu sehen ist.